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Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit

Wie oft sollten Sie eine leerstehende Immobilie vor der Sanierung kontrollieren?

Wie oft sollten Sie eine leerstehende Immobilie vor der Sanierung kontrollieren?

Wenn Sie eine leerstehende Immobilie besitzen, die saniert werden soll, vergeht meist viel Zeit, bevor die Arbeiten tatsächlich beginnen: Treffen mit dem Architekten, die verschiedenen Besichtigungen zur Festlegung der Arbeiten, der Bauantrag, die Erstellung des Leistungsverzeichnisses und die Ausschreibung, um einen Bauunternehmer zu verpflichten. Während dieser gesamten Zeit ist die Immobilie über eine Leerstandsversicherung versichert — und diese enthält mit großer Sicherheit eine Kontrollauflage.

Sobald der Bauunternehmer auf der Baustelle beginnt, geht das Projekt in der Regel auf dessen Bauleistungsversicherung über. Bis zu dieser Übergabe liegt die Kontrollpflicht jedoch bei Ihnen: die Immobilie in festen Abständen zu besuchen und — entscheidend — nachweisen zu können, dass Sie es getan haben. Es ist eine der am häufigsten übersehenen Klauseln der Leerstandsversicherung und einer der häufigsten Gründe für gekürzte oder abgelehnte Schadenzahlungen.

Leerstandsschutz vor den Arbeiten, Bauleistungsversicherung danach

Ein verbreiteter Irrtum: Die Leerstandsversicherung deckt die Immobilie nicht während der gesamten Sanierung. Tatsächlich deckt sie die Zeit vor Baubeginn ab: die Monate mit Architektenterminen, den Besichtigungen zur Festlegung der Arbeiten, dem Bauantrag, der Erstellung des Leistungsverzeichnisses und der Ausschreibung, bis der Vertrag mit dem ausführenden Bauunternehmer steht.

Sobald dieser Vertrag geschlossen ist und der Bauunternehmer beginnt, geht das Projekt normalerweise auf dessen Bauleistungsversicherung über (oft Bauwesenversicherung oder Contractors' All Risks genannt). Klären Sie den Übergabetermin mit Ihrem Makler, damit keine Deckungslücke entsteht — aber während der gesamten Zeit vor den Arbeiten steht die Immobilie leer, und Ihr Leerstandsversicherer erwartet regelmäßige Kontrollen.

Was Ihr Versicherer tatsächlich erwartet

Die Formulierungen variieren, aber Leerstandsversicherungen verlangen typischerweise:

  • Kontrollen in festgelegten Abständen — meist alle 7 oder 14 Tage, gelegentlich 30 bei geringem Risiko.
  • Kontrollen durch Sie oder eine benannte verantwortliche erwachsene Person — nicht einfach unterstellt, weil der Architekt oder ein Gutachter vor Ort war.
  • Einen Nachweis über jeden Besuch: Datum, anwesende Person, was geprüft und was festgestellt wurde.
  • Umgehendes Handeln und Melden bei entdeckten Problemen — ein gefundenes und ignoriertes Leck ist schlimmer als ein spät gefundenes.

Wie oft sollten Sie also kontrollieren?

Die ehrliche Antwort: so oft, wie es Ihr Versicherungsschein vorgibt — diese Zahl geht jedem allgemeinen Rat vor. Als Orientierung, was am Markt üblich ist:

  • Alle 7 Tage, wenn die Police es verlangt oder das Risiko erhöht ist — Wintermonate, frühere Einbrüche oder eine nicht vollständig gesicherte Immobilie.
  • Alle 14 Tage als üblicher Standard für eine gesicherte, wetterfeste Immobilie, die auf die Baugenehmigung oder Angebote wartet.
  • Alle 30 Tage nur, wenn die Police es ausdrücklich erlaubt, meist bei risikoarmen, gut gesicherten Objekten.

Was Sie bei jedem Besuch prüfen sollten

Eine feste Routine macht jede Kontrolle schnell und jeden Nachweis vergleichbar. Prüfen und fotografieren Sie bei jedem Besuch:

  • Alle Außentüren, Fenster und Sicherungsmaßnahmen — einschließlich Spuren von Einbruchsversuchen.
  • Den Haupthahn und alle abgesperrten oder entleerten Leitungen sowie sichtbare Rohre in Küche, Bad und Dachboden.
  • Die Elektrik: den Sicherungskasten und alles, was noch unter Strom steht.
  • Anzeichen von Feuchtigkeit, Lecks oder Wassereintritt — Decken, Fensterumgebungen und Dachboden.
  • Post, Mülltonnen und Garten — alles, was Passanten signalisiert, dass die Immobilie leer steht.
  • Das Äußere: Dachkante, Dachrinnen und alles, was ein Sturm seit dem letzten Mal bewegt hat.

Nachweise, die im Schadenfall standhalten

Wenn ein Schadenregulierer einen Leerstandsschaden prüft, gehört die Kontrollauflage zu den ersten Punkten. Die mündliche Zusicherung, dass „fast jede Woche jemand da war“, zählt wenig. Was zählt, ist ein zeitnaher Nachweis: datierte Einträge, erstellt zum Zeitpunkt des Besuchs, mit Fotos, die nachweislich von diesem Besuch stammen.

Genau das erzeugt Inspection Record. Sie stellen das von Ihrer Police geforderte Intervall ein, werden vor jedem fälligen Besuch erinnert, erfassen Fotos und Notizen beim Rundgang, und jeder Eintrag wird zu einem formellen, druckfertigen Nachweis zusammengestellt — Daten, Fotos, Notizen und Unterschriftszeile. Passiert das Schlimmste, während Sie noch auf den Baubeginn warten, lässt sich die Frage „Können Sie belegen, dass die Immobilie kontrolliert wurde?“ auf einer Seite beantworten.

Das Fazit

Lesen Sie Ihren Versicherungsschein, halten Sie das geforderte Intervall ein und führen Sie einen fotogestützten, datierten Nachweis über jeden einzelnen Besuch, bis der Bauunternehmer beginnt und der Schutz auf dessen Bauleistungsversicherung übergeht. Die Kontrollen schützen die Immobilie; der Nachweis schützt den Anspruch.