Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit
Leerstandsversicherung im Nachlass: eine Checkliste

Wenn jemand stirbt, steht sein Zuhause während des Nachlassverfahrens oft monatelang leer. Als Nachlassverwalter ist der Schutz dieser Immobilie Ihre Verantwortung — und das ist aufwendiger, als einfach die bestehende Hausversicherung weiterlaufen zu lassen.
Diese Checkliste führt durch das Nötige: die unmittelbaren praktischen Schritte, die zu klärenden Versicherungsfragen und die Kontrollroutine, die den Schutz gültig hält, bis der Nachlass abgewickelt ist.
Warum die bestehende Hausversicherung nicht ausreicht
Die meisten Standard-Hausratpolicen ändern ihren Charakter, sobald eine Immobilie leer steht. Zweierlei geschieht: Der Schutz wird nach 30–60 Tagen Leerstand meist stark eingeschränkt (Wasserschäden, Diebstahl und mutwillige Beschädigung sind die üblichen Ausschlüsse), und der Tod des Versicherungsnehmers selbst kann die Gültigkeit der Police beeinträchtigen.
Nachlassverwalter müssen den bestehenden Versicherer meist sofort informieren, den Schutz kurzfristig aufrechterhalten und dann eine spezielle Leerstandsversicherung für die Nachlasszeit abschließen — die mit Auflagen kommt, fast immer einschließlich regelmäßiger, dokumentierter Kontrollen.
Sofortmaßnahmen: die ersten zwei Wochen
Noch bevor die Versicherungsfragen geklärt sind, sichern und stabilisieren Sie die Immobilie:
- Melden Sie dem aktuellen Hausversicherer den Todesfall und den Leerstand der Immobilie — fragen Sie, welcher Schutz zu welchen Bedingungen bestehen bleibt.
- Sichern Sie die Immobilie: alle Türen und Fenster verriegelt, Ersatzschlüssel eingesammelt oder Schlösser ausgetauscht, Alarmcodes aktualisiert.
- Kümmern Sie sich um das Wasser — am Haupthahn abstellen und das System entleeren, oder die Heizung im Winter auf Mindesttemperatur halten, je nach Vorgabe des Versicherers.
- Post umleiten oder regelmäßig leeren — ein voller Briefkasten ist das deutlichste Zeichen, dass ein Haus leer steht.
- Fotografieren Sie Immobilie und Hausrat Raum für Raum — ein Ausgangszustand für Gebäude und Inventar des Nachlasses.
- Sagen Sie Nachbarn, wen sie kontaktieren sollen, und erwägen Sie Zeitschaltuhren, damit das Haus bewohnt wirkt.
Zu klärende Versicherungsfragen
Klären Sie beim Abschluss des Leerstandsschutzes für die Nachlasszeit diese Punkte:
- Die Kontrollauflage: Wie oft muss die Immobilie aufgesucht werden, durch wen, und welche Nachweise sind erforderlich?
- Wasser- und Heizungsvorgaben: entleertes System, Mindesttemperatur oder beides — und in welchen Jahreszeiten.
- Hausratschutz: Sind Möbel und Eigentum der verstorbenen Person versichert, zu welchem Wert und unter welchen Sicherheitsauflagen?
- Laufzeit und Verlängerung: Leerstandspolicen laufen oft 3–6 Monate — notieren Sie die Verlängerung, ein Nachlass dauert meist länger als erwartet.
- Erlaubte Tätigkeiten: Besichtigungen, Räumungsbesuche und Instandhaltungsarbeiten müssen eventuell gemeldet werden — prüfen Sie das, bevor Sie sie veranlassen.
Die Kontrollroutine
Bei der Kontrollauflage scheitern die meisten Nachlassansprüche, denn sie hängt von monatelangem, gleichbleibendem, dokumentiertem Verhalten ab und nicht von einem einzelnen Formular. 14-Tage-Kontrollen sind die häufigste Auflage; manche Versicherer verlangen im Winter wöchentliche Besuche. Wer auch kontrolliert — Sie, ein Mitverwalter, ein Verwandter in der Nähe oder ein Beauftragter — die Routine ist dieselbe: äußere Sicherheit und Einbruchsspuren prüfen, den Wasser-/Heizungszustand bestätigen, Post einsammeln, jeden Raum begehen und alles Auffällige fotografieren.
Inspection Record wurde genau für diese Pflicht gebaut. Stellen Sie das von der Police geforderte Intervall ein, und die App erinnert die verantwortliche Person vor jedem fälligen Besuch. Fotos und Notizen werden vor Ort erfasst, und jeder Besuch fließt in einen formellen Nachweis. Aus der Ferne verwaltende Nachlassverwalter sehen jede Kontrolle, sobald sie erfasst wird.
Nachweise, die den Nachlass — und den Verwalter — schützen
Nachlassverwalter schulden den Erben eine Sorgfaltspflicht. Erleidet die leere Immobilie einen Schaden und lehnt der Versicherer den Anspruch ab, weil Kontrollen nicht belegbar sind, trägt der Nachlass den Verlust — und der Verwalter gerät in die Kritik. Ein zeitnaher, fotobelegter Inspektionsnachweis schließt dieses Risiko von beiden Seiten: Er erfüllt die Auflage des Versicherers und belegt die Sorgfalt des Verwalters.
Bewahren Sie den Nachweis mit der Nachlassakte auf, neben den Ausgangsfotos vom ersten Besuch. Wird die Immobilie schließlich verkauft, dient derselbe Nachweis zugleich als Beleg dafür, wie sie während des gesamten Nachlasses gepflegt wurde.
Das Fazit
Informieren Sie den Versicherer sofort, sichern und stabilisieren Sie die Immobilie, schließen Sie einen speziellen Leerstandsschutz ab und erfüllen Sie dann dessen Kontrollauflage mit einer dokumentierten Routine, solange der Nachlass dauert. Die obige Checkliste ist 90 % der Arbeit — die restlichen 10 % bestehen schlicht darin, die Routine am Laufen zu halten, wofür Erinnerungen und ein geteilter Nachweis genau da sind.
